Ukrainische Pflegekraft startet in Frankfurter Seniorenstift

Nur zehn Monate nachdem sie aus der Charkiw im Westen der Ukraine geflohen ist, hat Iryna Ushakova am 16. Januar 2023 eine Stelle als Gesundheits- und Krankenpflegerin in einem Frankfurter Seniorenstift angetreten. Kurz vor Weihnachten konnte sie als Kursbeste ihre B2-Prüfung in Deutsch ablegen. Als die russische Armee am 24. Februar 2022 ihre Stadt zu bombardieren begann, verbrachte sie drei Wochen mit mehr als hundert Menschen im Luftschutzkeller ihres Wohnblocks. Sie wusste: Für ihren Sohn muss sie überleben. Er studiert in Polen, sie will ihn unterstützen.

Sie flüchtete zunächst zu ihrem Sohn. Doch in Polen sagten ihr die Behörden, dass es schwierig würde, Arbeit und eine Wohnung zu finden. Am 20. März 2022 kam sie in Frankfurt an. Eine Familie, die sie vorher nicht kannte, nahm sie auf. „Ich bin ihnen so dankbar, das sind meine Helden.“ Durch eigene Recherche hat Iryna Ushakova das TalentOrange-Programm gefunden. Im Mai begann sie mit dem Deutsch-Intensivkurs – zunächst online, seit August 2022 in Präsenz am TalentOrange Campus. „Ich habe so viel gelernt“, sagt Iryna Ushakova. Sechs Unterrichtsstunden täglich plus Hausaufgaben. Ihr gutes Deutsch hilft ihr jetzt bei der Arbeit im Seniorenstift.

Tilman Frank, Geschäftsführer der TalentOrange GmbH, sagt: „Es ist beeindruckend, wie schnell und gut Iryna Deutsch gelernt hat. Sie hat aus Trauer und Verzweiflung über diesen sinnlosen Krieg einen wertvollen, sinnstiftenden Berufsschritt entstehen lassen.“

Iryna Ushakova war im Deutschkurs so motiviert, dass sie jedes Wochenende gelernt hat. „Für Deutschland ist es nicht einfach, so viele Menschen aufzunehmen. Wer hierher kommt, sollte so schnell wie möglich wieder in seinem Beruf arbeiten.“ Das ist ihr gelungen. Herzlichen Glückwunsch, liebe Iryna!   

 

Hier zum Bericht „Frankfurter Neuen Presse“: 

Von Charkiw nach Frankfurt: Ein neues Leben als Pflegerin

Hier zum Bericht der „Offenbach Post“:

Neu-Isenburg: Bewegende Geschichte einer Ukrainerin

Hier zum Bericht im „Journal Frankfurt“:

Journal Frankfurt Nachrichten - Ein Leben für die Pflege - Integration