Erste Einreise von Krankenhauspersonal 2021 nach Deutschland erfolgreich

Internationale Pflegefachkräfte unterstützen zu Jahresbeginn am Krankenhaus in Karlsruhe

Rund sieben Monate lernen die Teilnehmer*innen des TalentOrange Programms Deutsch bis sie die B2-Prüfung bestehen. In der Zwischenzeit sucht das Team von TalentOrange die passende Vakanz für ihr Profil an einem Krankenhaus in Deutschland. Nach erfolgreichem Deutschkursabschluss reisen die Talente aus ihrem Herkunftsland ein. Andrea (A), Angie Juliana (AJ), Karen (K) und Manuela (M) sind vier von ihnen; studierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen aus Kolumbien mit dem Wunsch Berufserfahrung im Ausland zu sammeln. Trotz Pandemie bedingter Einreiseeinschränkungen kamen sie am 4. Januar 2021 gesund am Frankfurter Flughafen an.

Warum Pflege? Warum Deutschland? Warum TalentOrange?

Warum habt Ihr Euch nach der Schule für den Studiengang Pflege entschieden?

M: Die Gesundheitsbranche hat mich schon immer gereizt. Eigentlich wollte ich Medizin studieren, doch nachdem ich mit dem Krankenpflegestudium begonnen hatte, wurde mir schnell klar, dass mir hier alles geboten wurde, was mich interessierte: Anderen helfen, zuhören, sie begleiten – sich um die körperliche Gesundheit und die Seele vieler Menschen kümmern.

AJ: Meine Entscheidung wurde durch mein Gefühl beeinflusst, dass die Arbeit der Krankenschwester meine Berufung ist. Ich wollte immer genau so sein wie sie.

A: Ja, so ähnlich ist auch meine Begründung: Schon als Kind ging ich gerne in Krankenhäuser. Alles rund um Krankheiten, Medikamente, der gesamte Gesundheitsbereich interessierte mich schon damals.

K: Bei mir war es meine Leidenschaft den menschlichen Körper noch besser kennenzulernen und darüber hinaus anderen zu helfen und für sie da zu sein.

 

Wo und was habt Ihr neben dem Studium gearbeitet? Auf welcher Station im Krankenhaus?

A:  Mein Studium dauerte 10 Semester und ab dem 3. Semester absolvierte ich Praktika in verschiedenen Bereichen hochkomplexer Krankenhäuser. Darunter: Notfälle, Chirurgie, Innere Medizin, Geburt, nach der Geburt und Pädiatrie. Den Schwerpunkt legte ich auf Onkologie und Intensivpflege. 

M: Auch ich sammelte Erfahrung auf den verschiedensten Stationen mehrerer bekannter Krankenhäuser in Medellín.

AJ: Ich habe unter anderem Praktika in der Psychiatrie, auf der Intensivstation und auch in der Chirurgie absolviert.

K: Praxiserfahrung durfte ich in der Notaufnahme des Valle University Hospital (Cali) sammeln.

 

Warum habt Ihr nach Eurem Abschluss nach Jobmöglichkeiten im Ausland gesucht?

AJ: Mein Gefühl sagte mir, dass Deutschland mir die Möglichkeit geben würde beruflich zu wachsen. Das Land hat mich schon lange fasziniert und als ich von dieser Gelegenheit erfuhr, hatte ich das Gefühl, dass ich sie nicht verpassen durfte.

K: Ich wollte die Welt sehen, neue Erfahrungen sammeln. Deshalb war ich immer offen für die Idee, meinen Beruf in verschiedenen und bereichernden Umgebungen auszuüben.

M: Für mich war einer der Beweggründe der Wunsch nach einer besseren Zukunft. Obwohl ich mein Land liebe, weiß ich, dass die Arbeitsbedingungen nicht die besten sind. Ich wollte eine Erfahrung machen, die mein Wissen erweitert, mir aber auch erlaubt, mich der Welt zu öffnen.

A: Ich wollte primär etwas über das Gesundheitssystem in einem Land der ersten Welt lernen.

 

Wie seid Ihr auf TalentOrange (damals Capitalent Medical) gestoßen?

Alle: Bei uns allen waren es vor allem Kommilitonen, Dozenten und enge Freunde, die uns auf das Programm aufmerksam machten.

K: Und die sozialen Netzwerke der Firma (Instagram)!

 

 

 

Kolumbianische Pflegefachkräfte kommen in Deutschland an

Wie habt Ihr Euch gefühlt kurz vor Abflug? Wie war die Einreise?

K: Die Gefühle vor Abreise waren vielfältig. Aufregung und Freude wegen des Neuanfangs, aber auch Herzschmerz wegen des Abschieds von Familie und Freunden. Ich fühlte mich "betäubt". Ich konnte nicht glauben, dass der Moment endlich gekommen war, auf den ich so lange gewartet hatte, nachdem so viele Herausforderungen geschafft waren.

A: So ging es mir auch. Es schien mir unglaublich, dass wir nach so viel Warten und einer Pandemie endlich reisen konnten.

AJ: Viele Emotionen: Glück, Vorfreude, Nervosität und Abschiedsschmerz. Tausende von Kilometern von unseren Lieben und unserem schönen Land entfernt, unglaublich. Trotz allem wussten wir, dass wir hierherkommen würden, um unseren größten und längsten Traum zu erfüllen.

M:  Ja, genau. Der Schmerz des Abschieds war etwas schwierig, aber die Vorfreude waren viel größer. Die Einreise war einfacher als gedacht. Nach Zwischenstopp in Amsterdam, kamen wir endlich in Deutschland an. Ich musste nur meine Koffer abholen und war bereit, mein neues Leben zu beginnen.

Deutsch in Rekordzeit zu lernen war eine der herausforderndsten Phasen meines Lebens...

Wie habt Ihr das Deutschlernen in dieser weltweiten Ausnahmesituation gemeistert?

M:   Deutsch in Rekordzeit zu lernen war eine der herausforderndsten Phasen meines Lebens. Ich wollte schon immer viele Sprachen kennen und deshalb glaubte ich, dass es mir leichter fallen würde, etwas zu lernen, das mir gefällt. Aber es war definitiv nicht so, sondern eine große Herausforderung. Deutsch ist so anders. Und auch das Coronavirus hat es uns nicht einfacher gemacht. Online-Kurse sind viel komplexer und sehr anstrengend. Unsere Sprachschullehrerin hat uns aber enorm unterstützt und motiviert. Und es hilft mit Freunden zu sprechen, die ebenfalls Deutsch können oder lernen.

AJ: Die Lehrer sind ausgezeichnet und erlaubten, dass das Erlernen dieser schönen Sprache nicht so mühsam war. Ich muss zugeben, dass es aufgrund der Pandemie etwas schwierig wurde, Klassen zu virtualisieren. Diejenigen, die uns unterstützten, waren die Lehrerinnen in Kolumbien sowie die Lehrerinnen der TalentOrange Sprachschule in Deutschland.

K: Der Deutschkurs war von Anfang bis Ende immer eine Herausforderung, es war zu jeder Zeit mit viel Engagement, Disziplin und Motivation verbunden.

A: Als wir mit dem Präsenzunterricht begannen, war es zwar sehr schwierig, aber auch aufregend und lustig. Als die Pandemie virtuellen Unterricht notwendig machte, war ich sehr besorgt und zweifelte manchmal daran, ob ich fähig sein würde alles zu schaffen. Es hat viel mehr Zeit, Geduld und Konzentration gekostet, aber am Ende ging alles gut. Die Unterstützung von Familie und Freunden war wichtig, um nicht aufzugeben.

 

Und wie geht es Euch aktuell?

M:  Jetzt bin ich in meiner Wohnung, lebe zum ersten Mal in meinem Leben allein und erzähle alles meiner Familie und Freunden in Kolumbien, die ich sehr vermisse. Aber ich bin froh, hier zu sein, auch ein bisschen nervös und verloren, aber alles ist Teil des Prozesses der Anpassung, denke ich.

AJ: Die beiden Projektmanagerinnen von TalentOrange waren bei unserer Ankunft sehr freundlich und hilfsbereit, um uns in unserem neuen Zuhause willkommen zu heißen und dafür zu sorgen, dass alles in gutem Zustand war. Wir mussten eine Zeit lang vorsichtshalber in Quarantäne, die wir gut versorgt überstanden.

K: Ich sehe noch alles mit den Augen eines Kindes. Es beruhigte mich, dass ich auch bis nach Ankunft von jemandem aus dem Team begleitet wurde. Jetzt bin ich in einer Wohnung in der Nähe des Krankenhauses, wo ich bald arbeiten werde. Ich bin froh, hier zu sein.

A: Ich bin in der Wohnung, die das Krankenhaus freundlicherweise für uns gemietet hat. Ich wurde von zwei Leuten aus dem TalentOrange begrüßt, die im gesamten Prozess da waren. Sie kümmerten sich darum, dass wir während der Quarantäne versorgt waren. Nun freue ich mich darauf mehr über meine neue Heimat zu erfahren.

 

Andrea (A), Angie Juliana (AJ), Karen (K) und Manuela (M) wünschen sich für 2021:

 

  • Gesundheit an erster Stelle.
  • Viele bereichernde Erfahrungen und Erkenntnisse als Krankenschwester.
  • Viel zu lernen und einen guten Job zu machen.
  • Ein schönes Arbeitsumfeld mit netten Kollegen.
  • Viele neue Orte und Kulturen kennenlernen.
  • Viel Liebe und Glück im Leben.
  • Herausforderungen weiterhin zu meistern.
  • Wachstum in allen Bereichen des Lebens.
  • Besuch von Familie und Freunden.
  • Das Ende der Pandemie.

 

Schön, dass Ihr da seid. Wir drücken die Daumen!

Über TalentOrange

Das Unternehmen wurde 2012 als Capitalent Medical von dem Mediziner Tilman Frank in Frankfurt am Main gegründet. Aus rund zehn Ländern, u.a. in Lateinamerika, im südlichen Afrika, in Süd-Ost-Asien und Europa, können sich Absolventen renommierter Pflege-Universitäten für das TalentOrange Programm bewerben. Das Team ermöglicht den ausgewählten Kandidat*innen einen kostenfreien Deutschintensivkurs, unterstützt durch ein monatliches Stipendium, an einer von 16 Sprachschulen weltweit oder der eigenen Sprachschule in Deutschland sowie anschließend den passenden Job an einem deutschen Krankenhaus zu finden.