Lange Wartezeit auf OTA-Anerkennungsbescheide

Aus Medellín in die norddeutsche Kälte: Acht Operationstechnische Assistent*innen (OTA) aus Kolumbien durften wir Ende Januar mit unserem neuen Bus am Flughafen in Hannover abholen. Wenige Tage später war ihr Arbeitsstart an der Uniklinik Göttingen.

OTA sind die stillen Helden im Operationssaal. Sie sorgen dafür, dass alles reibungslos abläuft und die chirurgischen Eingriffe erfolgreich durchgeführt werden können. Ihre Aufgaben sind vielfältig und anspruchsvoll. Sie bereiten den Operationssaal vor, sterilisieren Instrumente und sorgen für die richtige Ausstattung. Während des Eingriffs unterstützen sie die Ärzt*innen und sind für die Versorgung des Patient*innen zuständig. OTA müssen stressresistent und teamfähig sein, da sie oft in Notfallsituationen arbeiten.

Die Gruppe hatte im April 2023 ihren Deutschkurs beendet. Die größte Zitterpartie war aber nicht die Sprachprüfung (B2), sondern die Anerkennung der Berufsqualifikation nach dem neuen OTA/ATA-Gesetz. Weil die Anerkennungsbehörde damit keine Erfahrung hatte, hat sie die „Gutachtenstelle für Gesundheitsberufe“ in Bonn eingeschaltet. Wir mussten die kompletten Curricula jedes einzelnen Talents als dicke Papierstapel einschicken. Das hat mehrere hundert Euro pro Person zusätzlich gekostet. Die Anfertigung der Gutachten hat dann fast ein halbes Jahr gedauert. Im November 2023 kamen endlich die Anerkennungsbescheide, mit denen wir eigentlich schon im Frühjahr 2023 gerechnet hatten – die gesetzliche Frist beträgt schließlich nur vier Monate. Der Arbeitgeber musste mehrfach umdisponieren, zum Glück haben alle die Nerven behalten. Umso größer war die Freude, als die Bescheide endlich kamen! Die Visa waren schnell ausgestellt, die Wohnungen gefunden und die Flüge gebucht.

Medellín ist die Stadt des „ewigen Frühlings“, wo das Wetter immer gute Laune macht. Die Sonne im Herzen haben unsere Talente einfach mitgebracht. Wir wünschen einen guten Start bei der Arbeit! Wir sind stolz auf Euch, Ihr geht Euren Weg!